The Holland House
The "Holland House" ist unsere Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Dnipro
Das Holland House – ein sicherer Ort fernab der Front
Als der Krieg immer weiter eskalierte, stellten wir fest, dass ein Problem immer wieder auftrat. Oft konnten die Menschen zwar aus dem Frontgebiet evakuiert werden, wussten danach aber nicht, wohin sie gehen sollten. Deshalb haben wir unser eigenes Aufnahmezentrum eröffnet: das Holland House.
Unser erstes Holland House befindet sich in Dnipro, etwa 80 Kilometer von der Front entfernt. Hier nehmen wir Kriegsopfer auf, die oft alles verloren haben.
Unsere Gäste sind keine Menschen, die von sich aus an unsere Tür klopfen. Es sind Menschen, die ihre Flüge verpasst haben und das Frontgebiet ohne Hilfe nicht mehr verlassen konnten. Sie wurden von uns selbst, vom ukrainischen Militär oder von unserem guten Freund Denys Khrystov evakuiert. Oft geschah dies mit gepanzerten Fahrzeugen, da die Reise zu gefährlich geworden war.
Viele Gäste haben monatelang ohne fließendes Wasser, Heizung oder Strom gelebt. Einige hielten sich wochen- oder sogar monatelang in Kellern auf, während über ihnen täglich Bomben und Granaten einschlugen.
Im „Holland House“ finden sie die Ruhe, um wieder zu Atem zu kommen. Wir bieten unter anderem einen sicheren Schlafplatz, gute Mahlzeiten, medizinische Versorgung, seelsorgerische Betreuung, Kleidung, Hygieneartikel und Hilfe beim Aufbau eines neuen Lebens. Gemeinsam suchen wir nach einer dauerhaften Unterkunft an einem anderen Ort in der Ukraine.
Mittlerweile haben wir in Dnipro bereits mehrere hundert Kriegsopfer aufgenommen.
Ein zweites „Holland House“
Da der Bedarf an Unterkünften weiterhin groß ist, haben wir inzwischen mit dem Umbau eines zweiten „Holland House“ zwischen Ternopil und Chmelnytsky begonnen.Dieser neue Standort bietet noch mehr Möglichkeiten, Kriegsopfer vorübergehend aufzunehmen, und stellt eine wichtige Erweiterung unserer Hilfsmaßnahmen in der Ukraine dar.Solange der Krieg andauert, werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, Menschen nicht nur aus dem Frontgebiet zu holen, sondern ihnen auch einen sicheren Ort zu bieten, an dem sie ihr Leben Schritt für Schritt wieder in den Griff bekommen können.
Die erste Bewohnerin des „Holland House“
Die Geschichte des „Holland House“ begann mit Svetlana.Zusammen mit dem bekannten ukrainischen Helfer Denys Khrystov begleiteten wir eine Evakuierung in Netailove, einem Dorf in der Nähe von Avdiivka. Während Artilleriegeschosse einschlugen und die russischen Truppen immer näher rückten, versuchten wir, die Bewohner davon zu überzeugen, das Dorf zu verlassen.Auch Svetlana zögerte. Sie wollte ihr Haus nicht zurücklassen.Einige
Tage später änderte sich alles. Ihr eigenes Haus wurde von Mörsergranaten getroffen, und das Haus der Nachbarn wurde durch eine russische Fliegerbombe vollständig zerstört. Erst dann entschloss sie sich doch noch zur Flucht. Zusammen mit ihrem Mann wurde sie evakuiert. Nicht viel später wurde sie die allererste Bewohnerin von „The Holland House“.Für uns war das der Moment, in dem uns klar wurde, wie wichtig eine Notunterkunft ist. Die Menschen brauchen nicht nur einen sicheren Weg, um aus dem Frontgebiet zu kommen, sondern auch einen Ort, an dem sie sich danach erholen, wieder zu Kräften kommen und neu anfangen können.